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Wie verändert das Web 2.0 unser Verständnis von Heimat?

Stimmungsbild: Identität und Heimat

Wie verändern die digitalen Medien meinen Alltag?02_Identität und Heimat_700

Im Mai 2014 haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmern unserer Tagung “Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Identitätssuche im digitalen Zeitalter”  zum Schluss der Tagung ihre  Standpunkte zu zehn Bereichen unseres Alltags zwischen online und offline jeweils in einem Koordinatennetz verortet.

Die Ausgangsfrage lautete jedes Mal:
Wie verändern die digitalen Medien meinen Alltag in diesem Bereich?
Die Fläche des für alle Bereiche gleichen Koordinatennetzes spannte sich auf zwischen den Polen „beeinflusst mich negativ“ – „beeinflusst mich positiv“ und den Polen „beängstigt mich“ – „motiviert mich“.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten auf transparenter Folie jeweils einen roten Klebepunkt in dieses vorgegebene Koordinatensystem. In einem weiteren Schritt wurden die Folien mit den Einzelvoten übereinander gelegt.  Es entstanden dabei erkennbare Cluster – sozusagen ein “Stimmungsbild” unter den Teilnehmenden.

Der Scan in diesem Blogbeitrag dokumentiert das Stimmungsbild zum Bereich “Identität und Heimat”.

Lebensbereich „Heimat“

Noch vor zwei Generationen war die Frage: „Wo ist meine Heimat?“ eine leicht zu beantwortende Frage. Die Heimat war das Dorf, die Stadt, die Region, in der man aufgewachsen ist, einem Beruf nachgeht, eine Familie gründet, seinen Lebensabend verbringt.

Heute aber sind für viele Menschen die Chancen zur Mobilität deutlich gewachsen. Viele nehmen schon in der Schulzeit oder im Studium die Chance wahr, andere Länder für längere Zeit kennen zu lernen. Im Leben besteht immer wieder die Möglichkeit, den Lebensmittelpunkt zu verändern. Wir wachsen etwa in Köln auf, machen in München eine Ausbildung oder ein Studium, pflegen an vielen Orten der Welt Freundschaften und wollen uns später in Spanien zur Ruhe setzen.

Der Cyberspace verstärkt diese Möglichkeiten. Wir können zur gleichen Zeit in unterschiedlichen Ländern Freundschaften unterhalten, weil wir uns über Facebook austauschen können. Wir sind immer auf den Laufenden, was an anderen Orten geschieht, weil wir mit WhatsApp Fotos und Videos in kurzer Zeit miteinander teilen können.

Was identifizieren wir heute als unsere Heimat?
Was wird Heimat für uns in 30 Jahren bedeuten?
Ist Heimat der Rückbezug auf die eigene Kindheit oder ist meint der Begriff nicht auch die Fähigkeit, dem Leben eine Kontinuität zu geben?
Kann sich jede und jeder eine eigene Heimat schaffen?
Ist die Heimat der Familien- und Freundeskreis, unabhängig von dem Ort, an dem wir uns befinden?
Kann es eine ortlose Heimat geben?