Lebensbereich „Besitz“

Die Idee, Computer in einem dezentralen Netzwerk miteinander zu verbinden und so das Wissen verschiedener amerikanischer Universitäten zusammenzuführen, war in den 1960er Jahren eine revolutionäre Errungenschaft der Kybernetik. Dass man damit ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte aufschlagen würde, war wohl kaum abzusehen.

Das Internet hat unsere Vorstellung davon, was wem gehört, grundsätzlich verändert: Wir teilen unser Wissen auf Wikipedia oder in Experten-Foren, wir stellen unsere Bilder oder Texte unter der Creative Commons Lizenz weltweit zur Verfügung und nutzen umgekehrt professionelle Programme, deren Quellcode kostenlos genutzt und verändert werden kann.

Am Beispiel des Internets zeigt sich die Globalisierung also von ihrer besten Seite: In einem „weltweiten Wir-Gefühl“. Dieses neue Selbstverständnis hat sich längst auf andere Aspekte des Lebens übertragen: Es erscheint uns völlig selbstverständlich, dass wir in unserem Viertel öffentliche Gärten anlegen oder dass wir unsere Autos (www.tamyca.de) und Wohnungen (airbnb.de) mit Fremden teilen.

Auch wenn das Internet längst kein „neues Medium“ mehr ist – seine revolutionäre Sprengkraft für die Weltgesellschaft wird erst jetzt erkennbar: Wenn Politiker abdanken müssen, weil sie von anonymen Kollektiven als Betrüger überführt wurden (GuttenPlag Wiki), oder wenn Gesellschaftsumbrüche in sozialen Netzwerken beginnen und Machthaber verzweifelt versuchen, die Kontrolle über die digitale Öffentlichkeit zu erlangen.

Doch dieser Machtkampf wird bald auch im Internet entbrennen, denn die Plattformen, auf denen sich die neuen Kollektive entfalten, sind längst in der Hand einzelner Großunternehmen.