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Stimmungsbild: Identität und Biographie

Wie verändern die digitalen Medien meinen Alltag?
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Im Mai 2014 haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmern unserer Tagung “Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Identitätssuche im digitalen Zeitalter” zum Schluss der Tagung ihre  Standpunkte zu zehn Bereichen unseres Alltags zwischen online und offline jeweils in einem Koordinatennetz verortet.

Die Ausgangsfrage lautete jedes Mal:
Wie verändern die digitalen Medien meinen Alltag in diesem Bereich?
Die Fläche des für alle Bereiche gleichen Koordinatennetzes spannte sich auf zwischen den Polen „beeinflusst mich negativ“ – „beeinflusst mich positiv“ und den Polen „beängstigt mich“ – „motiviert mich“.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten auf transparenter Folie jeweils einen roten Klebepunkt in das vorgegebene Koordinatensystem. In einem weiteren Schritt wurden die Folien mit den Einzelvoten übereinander gelegt. Dabei entstanden erkennbare Cluster – sozusagen ein “Stimmungsbild” unter den Teilnehmenden.

Der Scan in diesem Blogbeitrag dokumentiert das Stimmungsbild zum Bereich “Identität und Biographie”.

Lebensbereich „Biographie“

In früheren Zeiten wusste man im Dorf viel über die Nachbarn. Man konnte einiges erzählen über deren Schicksale. Wer hat wen geheiratet, wer hat wo gebaut, wer hatte welche Kinder?

Wer kann heute noch so etwas über mich erzählen? Wir haben in verschiedenen Städten gelebt, haben unterschiedliche Freundeskreise, die vor allem in den sozialen Medien präsent sind. Aber wer kann unser Lebensweg noch nacherzählen?

Facebook hat vor einiger Zeit die timeline eingeführt – wer lange in den sozialen Medien ist, will auch eine Geschichte haben. Verschwindet ein großer Teil meiner sozialen Existenz spurlos, wenn der Facebook-Account gelöscht wird? Und wer behält den Überblick über mein Leben? Wer interessiert sich überhaupt für die Posts der letzten Jahre? Wieviel kann ich selbst noch über meine Freunde erzählen?

Unser Leben gleicht eher einem Mosaik als einem streng aufgebauten linearen Prozess. Doch unser Bedürfnis, von uns zu erzählen, bleibt. Wem erzählen wir? Den Freunden, die nebenbei immer mal wieder die neuesten facebook Eintragungen checken?